Im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier mit geladenen Gästen und einem Tag der offenen Tür wurde die Fertigstellung eines der größten Bio-Projekte im Unterglasanbau in Süddeutschland gefeiert.
Mehrere hundert Gäste und Interessierte trafen sich am 14. Februar 2014 in dem 30.000 m² großen Bio-Gewächshaus in Aach im Hegau. 5 Millionen Euro investierte der 29-jährige Bioland-Gärtner und Gartenbauingenieur Benjamin Wagner von der Insel Reichenau. 25 Mitarbeiter werden hier nach Richtlinien des Ökologischen Anbauverbands Bioland hochwertiges Bio-Gemüse anbauen.
Das Mitglied der Genossenschaft Reichenau-Gemüse eG wagt, wie zuvor seine 5 Kollegen, die seit 2012 in Singen/Beuren Paprika erzeugen, den Sprung von der Insel Reichenau im Bodensee in den schönen Hegau.
Für den Standort in Aach im Hegau sprachen nicht nur geeignete Flächen sondern auch, dass er hier die regenerativ erzeugte Energie für sein Gewächshaus gefunden hat: in unmittelbarer Nachbarschaft liegt eine Bio-Gasanlage, deren Wärme rund 15 Millionen kWh pro Jahr bisher ungenutzt verpufft. Etwa 97 % dieser Abnahme kann der Bioland-Gärtner für seine Bio-Gurken und Bio-Tomaten künftig nutzen und damit einen Großteil des Energiebedarfs des geplanten Gewächshauses abdecken. Durch den Einsatz spezieller Stegdreifachplatten als Gewächshauswände und einem Energieschirm unter dem Dach wird die Energieeffizienz nochmals deutlich gesteigert.
Um die Wärmeenergie der Bio-Gasanlage unabhängig von deren Wärmeerzeugung aufzunehmen, wurde ein Wärmepufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von 2.800 m³ Wasser direkt neben dem 700 m² großen Betriebsraum erstellt. Die Wasserversorgung der Pflanzen erfolgt wie im Paprika-Projekt in Beuren zu 70 % durch aufgefangenes Regenwasser. Der Rest der benötigten Wassermenge kommt aus einem nahegelegenen Brunnen oder der Trinkwasserversorgung.
Mit den Projektpartnern Reichenau-Gemüse eG, Bioland und Edeka setzt Herr Wagner auf erfahrene Partner. Ziel ist es, die Bevölkerung mit hochwertigen und ökologisch erzeugten Produkten aus der Region zu versorgen, betonten die verschiedenen Gäste bei ihren Grußworten.
Ohne die freundliche und kompetente Unterstützung der Gemeinde Aach wäre das Projekt allerdings nicht zustande gekommen, so der Bioland-Gärtner. Aus diesem Grund sprach Herr Wagner dem anwesenden Bürgermeister Herrn Severin Graf und dem Gemeinderat einen besonderen Dank aus.
Für die Reichenau-Gemüse eG vertreten durch den Geschäftsführer der Genossenschaft Johannes Bliestle bedeutet das Projekt einen weiteren wichtigen Impuls für das Bio-Segment. Für die Vermarktung ist es ein entscheidendes Argument, dass wir mit unserem Partner Edeka ein kontinuierliches Angebot an Bio-Gemüse in erstklassiger Bioland-Qualität anbieten und liefern können.
Zunächst allerdings steht die Vermarktung von 3 Millionen Radieschen an, diese wurden zwar biologisch erzeugt, gelangen allerdings noch als konventionelle Radieschen in den Handel. Der Grund: Die Flächen sind erst ab dem 15. März 2014, nach einer zweijährigen Umstellungsphase, als offizielle Bioland-Flächen anerkannt. Danach werden rund 50.000 Gurkenpflanzen und 15.000 Tomatenpflanzen das Gewächshaus bevölkern. Läuft alles nach Plan, dann werden rund 2 Millionen Bio-Gurken und 300.000 kg Bio-Tomaten mit dem Bioland-Label den Weg zum Verbraucher finden und den Hegau als Gemüseanbaugebiet in Deutschland weiter bekannt machen.
Weitere Informationen zu den Beteiligten:
www.reichenaugemuese.de
www.bioland-bw.de
www.edeka-suedwest.de
Hintergrundinformation der Reichenau-Gemüse eG:
- Gesamtumsatz der Genossenschaft 35 Millionen €
- Bioanteil 9 % (der Fläche) bzw. 16 % (der Umsätze)
- Verzehnfachung des Bio-Umsatzes innerhalb der letzten fünf Jahre
Verantwortlich für den Inhalt: Johannes Bliestle