16.000 Tonnen Frischgemüse werden pro Jahr erzeugt und vermarktet, davon mittlerweile fast bereits 40 Prozent in Bio-Qualität – das will alles gut und möglichst umweltschonend verpackt werden!
Die Medien sind voll davon und es gibt derzeit fast kein Thema das Verbraucher, Hersteller, Handel und die Politik mehr beschäftigt als die Frage „Wie schaffen wir es, weniger Plastikmüll zu produzieren?“. Es ist eine riesige Herausforderung an die gesamte Gesellschaft, so der stellvertretende Geschäftsführer der Erzeugerorganisation Reichenau-Gemüse eG, Christian Müller, und jeder sollte in seinem Bereich und mit seinen Möglichkeiten etwas dafür tun. Das war auch die Zielsetzung auf der Insel Reichenau. Für einen Großteil der losen Gemüseprodukte werden bisher schon umweltfreundliche klappbare Mehrwegsteigen eingesetzt. Aber zusätzlich mussten für kleinere Einheiten, z. B. für Tomaten, Einwegschalen produziert werden. Die Anforderung des Lebensmittelhandels wurde durch die Genossenschaft bisher in der Form von Vollpappschalen (85 % aus Altpapier) und einer Kunststofffolie gelöst. Obwohl schon bereits bei dieser Form der Kleinverpackung ein großer Teil recycelfähige Pappe war, hat uns der Kunststoffanteil gestört, so der stellvertretende Geschäftsführer. Gemeinsam mit unserem Schalenlieferanten und einem Tüftler von der schwäbischen Alb haben wir uns zusammengesetzt und nach einer praktikablen Lösung gesucht, auf den restlichen Kunststoff zu verzichten und dennoch die Ware sichtbar zu lassen sowie optimal für den Transport zu schützen. Herausgekommen ist eine Verpackungsmaschine bei der vollständig auf die Kunststofffolie verzichtet wird und dennoch alle Anforderungen an Schutz, Sichtbarkeit und Deklaration erhalten bleiben.
Vor 2 Wochen wurde dieweltweit erste Maschinedieser Art durch den Maschinenbauer zur Insel Reichenau geliefert. In den kommenden Tagen werden Feinabstimmungen mit den neuen Schalen vorgenommen, um die neuen Verpackungen mit den Reichenauer Tomaten zur Serienreife zu bringen. Nach einer Vorstellung bei den Kunden soll dann der Echtbetrieb noch in dieser Saison beginnen. Dann steht einem plastiklosen Tomatengenuss von der Gemüseinsel nichts mehr im Weg.
Mehr über Reichenau-Gemüse und auch die Gärtnersiedlungen erfahren Sie unter www.reichenaugemuese.de. Ebenfalls können Sie sich dort die interessanten Filmclips zu verschiedenen Themen anschauen.