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1. April 2026

Reichenau-Gemüse setzt Zeichen für klare Verbraucherinformation: Erste ‚vegane Fleischtomate‘ geplant

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Als Vorreiter im Gemüsebau reagiert die Genossenschaft auf aktuelle EU-Diskussionen zur Produktbenennung

Reichenau, 1. April 2026 – Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen auf EU-Ebene zur einheitlichen und verbraucherfreundlichen Bezeichnung von Lebensmitteln setzt die Reichenau-Gemüse eG ein bewusstes Zeichen: Als Vorreiter im Gemüsebau möchte die Genossenschaft neue Maßstäbe in der transparenten und eindeutigen Kommunikation rund um frische Produkte setzen.

 

Im Zuge der Debatte um die Verwendung traditioneller Begriffe für pflanzliche Lebensmittel hat sich gezeigt, wie stark Sprache die Wahrnehmung von Produkten beeinflusst. Begriffe, die über Jahrzehnte hinweg selbstverständlich genutzt wurden, geraten zunehmend in den Fokus – insbesondere dann, wenn sie Bezüge zu tierischen Erzeugnissen aufweisen. Für Reichenau-Gemüse Anlass genug, sich intensiv mit der eigenen Produktkommunikation auseinanderzusetzen und mögliche Weiterentwicklungen frühzeitig zu prüfen.

Ein erster konkreter Ansatz ist die geplante Einführung einer „veganen Fleischtomate“. Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen mag, folgt einer klaren Überlegung: Der Begriff „Fleischtomate“ ist im Sprachgebrauch fest verankert und beschreibt eine bestimmte Tomatensorte mit besonders ausgeprägtem Fruchtkörper. Gleichzeitig enthält er jedoch einen Begriff, der traditionell mit tierischen Produkten assoziiert wird – und damit im Kontext aktueller Diskussionen zumindest erklärungsbedürftig erscheint.

„Unser Anspruch ist es, Verbraucherinnen und Verbrauchern jederzeit maximale Transparenz zu bieten – auch dort, wo Sprache historisch gewachsen ist und nicht immer unmittelbar eindeutig erscheint“, erklärt Geschäftsführer Johannes Bliestle.

Im Zentrum der Überlegungen steht dabei insbesondere der Begriff des „Fruchtfleisches“, der nicht nur bei Tomaten, sondern bei einer Vielzahl von Obst- und Gemüsearten verwendet wird. Ob Paprika, Aubergine oder Kürbis – in all diesen Fällen beschreibt der Begriff den essbaren Teil der Frucht. Gleichzeitig zeigt sich, dass die sprachliche Nähe zu tierischen Begriffen bei konsequenter Betrachtung Fragen aufwerfen kann, die bislang kaum gestellt wurden.

Vor diesem Hintergrund prüft die Reichenau-Gemüse eG, wie sich bestehende Bezeichnungen im Sinne einer noch klareren und widerspruchsfreien Kommunikation weiterentwickeln lassen. Ziel ist es, Begriffe zu verwenden, die frei von möglichen Missverständnissen sind und gleichzeitig die gewohnte Orientierung für Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten. Konkrete alternative Bezeichnungen werden derzeit intern erarbeitet und im Hinblick auf Verständlichkeit, Praxistauglichkeit und Akzeptanz geprüft.

Diese Überlegungen beschränken sich nicht nur auf einzelne Kulturen, sondern betreffen perspektivisch das gesamte Sortiment. So wird aktuell auch eine einheitliche Kennzeichnung von frischem Gemüse als „vegan“ geprüft. Während eine solche Auslobung bei bestimmten verarbeiteten Produkten – etwa bei Wein, bei dem im Herstellungsprozess teilweise tierische Hilfsstoffe zum Einsatz kommen können – technologisch begründet ist, würde sie im Frischebereich vor allem der konsequenten und durchgängigen Verbraucherinformation dienen.

Denn die Praxis zeigt, dass entsprechende Kennzeichnungen zunehmend auch bei Produkten verwendet werden, deren pflanzlicher Ursprung auf den ersten Blick eindeutig erscheint. So finden sich im Handel beispielsweise Produkte wie „veganer Tofu“ – eine Bezeichnung, die den pflanzlichen Charakter zusätzlich hervorhebt, obwohl dieser bereits implizit gegeben ist. Eine einheitliche Auslobung im Frischebereich könnte hier zusätzliche Klarheit schaffen – oder zumindest den Anspruch unterstreichen, sämtliche Interpretationsspielräume konsequent auszuschließen.

Besonders greifbar werden diese Überlegungen am Beispiel der aktuell beginnenden Auberginen-Saison. Auch hier stellt sich die Frage, inwieweit bestehende Begriffe künftig angepasst werden sollten. Aufgrund des kurzfristigen Saisonstarts konnten entsprechende Anpassungen in diesem Jahr noch nicht umgesetzt werden. Für kommende Vermarktungszeiträume werden jedoch bereits weiterführende Konzepte entwickelt, um auch hier eine sprachlich konsistente und transparente Produktkommunikation sicherzustellen.

„Wir verstehen uns als innovativer Impulsgeber im Gemüsebau und greifen Entwicklungen frühzeitig auf. Gleichzeitig zeigt sich, dass eine konsequente sprachliche Präzisierung auch neue Fragestellungen mit sich bringt“, so Bliestle weiter.

Mit zunehmender Auseinandersetzung wird deutlich, wie komplex die Beziehung zwischen Sprache und Lebensmittel ist. Zahlreiche Begriffe des täglichen Sprachgebrauchs basieren auf bildhaften oder historisch gewachsenen Formulierungen. So beschreibt „Kuhmilch“ schlicht die Herkunft eines Produkts, während „Kinderschokolade“ weder inhaltlich noch sprachlich missverstanden wird. Auch Begriffe wie „Fruchtfleisch“ sind tief in der Sprache verankert und erfüllen eine klare beschreibende Funktion.

Die aktuelle Diskussion zeigt jedoch, dass eine rein wörtliche Betrachtung solcher Begriffe schnell an ihre Grenzen stößt. Eine vollständig widerspruchsfreie Sprache im Lebensmittelbereich würde mitunter zu neuen, weniger intuitiven Bezeichnungen führen – und damit möglicherweise genau das Gegenteil dessen bewirken, was ursprünglich beabsichtigt war: nämlich Klarheit und Orientierung. Oder, um es mit einem bekannten Sprichwort zu sagen: Deutsche Sprache, schwere Sprache.

Vor diesem Hintergrund wird bei Reichenau-Gemüse sogar darüber nachgedacht, die angestoßenen Überlegungen konsequent weiterzuführen. Im Jubiläumsjahr zum 70-jährigen Bestehen der Genossenschaft könnte dies auch eine Anpassung des Markenauftritts einschließen – etwa in Form einer erweiterten, noch klareren Unternehmensbezeichnung. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang unter anderem, ob ergänzende Zusätze wie „plant-based“ oder „vegan“ künftig Teil des Namens werden könnten, beispielsweise in Form von Bezeichnungen wie „vegane Reichenau-Gemüse eG“, um den pflanzlichen Charakter des Sortiments noch eindeutiger hervorzuheben.

Ergänzend wird im Zuge des für April geplanten Relaunchs der Unternehmenswebsite geprüft, inwieweit sich die Prinzipien einer nachhaltigen und eindeutig pflanzlichen Kommunikation auch im digitalen Auftritt konsequent abbilden lassen. Dabei wird unter anderem untersucht, wie Inhalte und Darstellungen künftig so aufbereitet werden können, dass sie vollständig frei von missverständlichen Begriffen oder impliziten tierischen Bezügen sind.

Unabhängig von diesen Überlegungen bleibt für die Reichenau-Gemüse eG eines unverändert im Mittelpunkt: die Qualität und Frische ihrer Produkte. Die Erzeuger auf der Gemüseinsel Reichenau stehen für regionalen Anbau, kurze Wege und höchste Standards – und sorgen damit täglich für frisches Gemüse, das überzeugt.

Oder, um den Bogen zum Anfang zu schließen: Auch bei aller Diskussion um Begriffe und Bezeichnungen gilt – die wichtigste Grundlage bleibt eine transparente und eindeutige Kommunikation.

Ach ja – um auch hier ganz transparent zu bleiben, wie es mit der „veganen Fleischtomate“ weitergeht: April, April! Sie sind auf unseren kleinen Scherz reingefallen?

Frisch, knackig, gesund – direkt von der Gemüseinsel Reichenau.

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